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Zeugnis wie ich zum Glauben finden durfte. (Teil 2)

Nachdem ich euch letzte Woche einmal berichtet habe, wie es zu meiner Bekehrung kam, möchte ich euch heute noch etwas über die ersten Wochen meines Glaubenslebens berichten.

Wie gesagt also kam es an jenem Ostersonntag zu meinem ersten ernsthaften Gebet und zur Lebensübergabe an den Herrn Jesus. Es war immer noch etwas von Zweifeln behaftet, aber ich gab ihm in diesem Gebet ein Versprechen, das sinngemäß etwa so lautete.

„Herr wenn es dich gibt und du auf allen Wegen bei mir bist, wenn du mir alles beibringst, mich lehrst und leitest, dann werde ich diese Botschaft nicht verborgen halten sondern den Leuten von dir erzählen, dass auch sie das Evangelium hören!"

Nun was soll ich sagen, ER hat dieses Gebet mehr erhört als ich es mir jemals vorstellen hätte können und er nimmt solch ein Gebet auch sehr ernst. ER hat seinen TEIL vollkommen erfüllt und erfüllt ihn auch heute noch. Nun ist es an mir, auch zu meinem Versprechen zu stehen. Um Missverständnissen vorzubeugen, alles was wir für Gott tun dürfen, jedes Stückchen Erkenntnis das uns zu Teil wird, jedes richtige Handeln, einfach alles ist und bleibt Gnade vom Herrn.

Getrennt vom Herrn können wir nichts tun.

Ohne dem Herrn geht nichts, aber auch gar nichts.

Er ist es, der die Werke in denen wir wandeln DÜRFEN vorbereitet!

Er ist es, der in uns das WOLLEN und das VOILLBRINGEN wirkt nach seinem Wohlgefallen!

SEIN Geist ist es, der uns antreibt, führt und leitet!

Durch SEINEN Geist erfahren wir Weißung und Erkenntnis!

Auf jeden Fall waren mir nach diesem Gebet damals zwei Dinge klar.

1. Der Herr hat mich erkannt und erwählt!

2. Der Herr hat irgend etwas mit mir vor, er hat einen Plan mit mir!

Nun war ich ja zum damaligen Zeitpunkt noch absolut unerfahren und hatte auch keinerlei geistiges Unterscheidungsvermögen. Mein Hauptinteresse richtete sich damals auf die Frage, wo im heilsgeschichtlichen Plan stehen wir zur Zeit. Ich wusste ja, durch mein Interesse an der Offenbarung des Johannes, dass etliche schreckliche Gerichte eines Tages über diese Welt herein brechen werden. Von den Evangelien wusste ich auch so einiges von den Endzeitreden Jesus, dass er wieder kommen wird und das die Erde einmal der totalen Vernichtung preis gegeben wird. Nun war es so, dass ich noch einige Bücher aus der Esoterikzeit hatte, die sich mit Prophezeiungen befassten. Einige davon hatten einen biblischen Ursprung, die meisten aber waren nicht aus dem Wort Gottes und gelinde gesagt „Worte von falschen Propheten!" In meiner Unwissenheit lies ich mich zu einem der größten Fehler hinreißen den man machen kann, nämlich WAHRHEIT mit LÜGE zu vermischen.

Wenn die Bibel uns warnt, gehet nicht über das geschriebene Wort hinaus, wenn sie uns warnt niemand denke höher von sich als es sich gebührt, wenn sie uns warnt uns mit hohen Dingen zu befassen, wenn sie uns warnt, dass Erkenntnis „aufgeblasen" macht usw. dann kann ich heute nur sagen: „Jawohl, so ist es!"

Ich musste es selbst erfahren.

Statt im Licht zu bleiben und in Demut dem Herrn zu vertrauen und zu folgen, trieb mich meine Neugier an. So kam es, dass sich eine Reihe sehr merkwürdiger Dinge ereigneten, die mich so dermaßen fertig machten, dass mir die Worte dazu fehlen es richtig auszudrücken, was damals in mir vorging.

Wir waren bei meinem Vater zum Geburtstag eingeladen und die Geburtstags Gäste unternahmen nachmittags einen Spaziergang. Sie schauten sich eine Kirche im Nachbarort an und als sie zurück kamen, hatten sie für jeden eine schwarze Kerze mitgebracht. Ich kannte derartige Kerzen von meiner Oma, man sollte sie bei Gewitter anzünden, damit kein Blitz einschlägt. Bei diesen Kerzen war ein kleiner Zettel dabei mit der Aufschrift „Geweihte Kerze!" und dann die Anleitung wie sie zu handhaben sei. Was mir durch und durch ging war eine jener lügenhaften Prophezeiungen, dass am Ende der Tage drei Tage Finsternis herrschen würden und in dieser Zeit nur „Geweihte Kerzen" Licht spenden würden. Och welch göttliche Vorsehung, dachte ich mir, alle sind aus Gnade vorbereitet worden, denn alle hatten ja eine „Geweihte Kerze" bekommen. Das Ergebnis davon war, dass ich meine Familie fast mit dem Wort erschlagen habe, da in mir der Gedanke aufstieg das ENDE stehe unmittelbar bevor. Ich predigte meiner Familie, in erster Linie meiner Frau Tag und Nacht und redet unter Tränen auf sie ein, dass sie sich bekehren muss, da wir uns sonst in der Ewigkeit nie mehr sehen würden und sie auf ewig verloren wäre.

Ich selbst las sehr viel zu dieser Zeit in meinen Büchern und schlief stellenweiße nur noch eine Stunde pro Tag, manchmal auch gar nicht, so getrieben war ich. Ich ging in die Arbeit, ging nach Hause, Tasche in die Ecke, ran an dir Bücher bis um 4 oder 5 Uhr. Schnell eine Stunde schlafen und wieder in die Arbeit. Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, hält man so etwas nicht allzu lange durch. Ich war mit den Nerven am Ende, getrieben von Angst und Schrecken!

Ein paar Tage später sollte sich der nächste Hammer ereignen.

Es war Nachmittag und innerhalb kürzester Zeit zogen schwarze Wolken am Himmel auf. So etwas hatte ich noch nicht erlebt, es wurde düster und finster wie wenn tiefste Nacht wäre. Der ganze Himmel, so weit das Auge vom zweiten Stock aus reichte, kohlrabenschwarz. Das war aber nicht das komischste an der ganzen Sache, sondern am Himmel Blitzte es in einer Tour, jedoch kein einziger Blitz ging wie man es kennt von oben nach unten, sondern sie leuchteten quer über den Himmel, von einer Seite zur anderen. Mein Vater kam damals zu mir in den zweiten Stock und wir schauten uns beide dieses Naturschauspiel vom Treppenhausfenster aus an. Er meinte dann, dass er so etwas in seinem ganzen Leben noch nicht gesehen hätte. Der eigentliche Schock bei mir setzte aber erst ein, als ich am Abend meine Bibel aufschlug und folgende Stelle las.

Mt 24,27 Denn wie der Blitz vom Osten ausfährt und bis zum Westen scheint, so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein.

Moment dachte ich mir, von Osten nach Westen? Das war doch genau das was ich vorhin am Himmel beobachtet hatte. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie dies meine Ängste noch weiter anschürte. Ich konnte das Ganze nicht mehr richtig einordnen: „War der Herr schon gekommen? War nun alles zu spät für meine Familie?" Zu der Zeit stellte sich mein Frau gegen mein ganzes Reden, sie wollte nichts mehr hören, weil ich permanent intensivst auf sie eindrang sich endlich zu bekehren, das sie sonst verloren gehen würde.

Es folgte Streitgespräch auf Streitgespräch und sie war drauf und dran zu gehen, da sie es nicht mehr aushalten konnte und ich ihrer Meinung nach reif für die Psychiatrie war, womit sie in meinem damaligen Zustand nicht ganz unrecht gehabt hätte.

Ein paar Tage später, sollte sozusagen ein krönender Abschluss her.

Als ich an diesem Tag ins Bett ging fragte ich meine Frau, ob es ihr auch so kalt sei, was sie verneinte, denn es war eigentlich auch nicht kalt, nur ich empfand Eiseskälte. Ich hatte in dieser Nacht den wohl heftigsten Traum  meines Lebens. Ich wachte nach einer Stunde auf, meine Finger festgekrallt in meinem Kopfkissen, am ganzen Körper zitternd. Ich brauchte ein paar Minuten um mein Kopfkissen loslassen zu können.

Den Traum möchte ich hier nicht genau beschreiben. Aber ich beschloss damals ihn aufzuschreiben und während ich ihn aufschrieb wurde mir seine Bedeutung klar.

Er hatte zwei Teile und zwei Bedeutungen.

Der erste Teil deutete an, dass meine Verwandtschaft auf ihrer Reise nach Italien, die an diesem Tag beginnen sollte, einen schweren Unfall haben würde und einer es nicht überleben würde. Ich war vollkommen geplagt mit der Entscheidung was ich tun sollte.

Sie anrufen und sagen fahrt nicht?

Ihnen von dem Traum erzählen und sie bitten ihre Route zu ändern?

Und wen sie dort dann verunglücken?

Ich würde mir mein Leben lang Vorwürfe machen.

Ich weckte meine Frau und erzählte ihr alles und sie meinte auch, sie würden es mir eh nicht glauben und ihren Urlaub ausfallen lassen. Ich klingelte dann noch meine Mutter aus dem Bett und redete auch mit ihr darüber. Ich kam zu dem Schluss einfach die ganze Zeit während sie weg waren für sie zu beten, bis sie wohlbehalten wieder hier wären.  

Würden sie gesund zurückkehren mag es sein, dass ich mich getäuscht habe, würde es eintreffen, wäre es eine Bestätigung für eine Prophezeiung gewesen.

Sie kehrten gesund und wohlbehalten zurück.

Na gut dachte ich mir, hast der Sache einfach zuviel Bedeutung beigemessen. Ein dreiviertel Jahr später begab es sich dann, dass eines Nachts eine dieser Verwandten seelsorgerlichen Beistand brauchte, als ihr Mann spurlos verschwunden war. Im Laufe unserer Gespräche wollte sie wissen, wie es dazu kam, das ich solch einen Glauben haben konnte und so einen Halt und so eine Zuversicht im Herrn hatte.

Ich gab Zeugnis davon wie es zu meiner Bekehrung kam und erwähnte auch jenen Traum.

Mist, dachte ich mir, da war der Mund wieder schneller als das Gehirn. Da sitzt jemand vor mir, der mit den Nerven total am Ende ist und ich erwähne diesen Traum. Interessanter weiße, lies sie aber nicht mehr locker. Ich versuchte alles, irgendwie um diesen Traum herumzukommen und ihn ihr nicht erzählen zu müssen. Aber sie bestand darauf. Also erzählte ich ihr den Traum, welche Bedeutung ich darin sah und das ich die ganze Zeit über während sie im Urlaub waren dafür gebetet hatte, dass der Herr sie behüten möge und sie gesund zurückbringen solle. Während ich ihr dies alles erzählte wurde sie immer ruhiger und auch blasser. Sie erzählte mir dann, dass sie auf dem Rückweg beinahe einen Unfall gehabt hätten, der wenn er sich ereignet hätte, ziemlich schwere Folgen gehabt hätte. Sie waren auf der Autobahn unterwegs, recht LKWs vor ihnen. Sie begannen zu überholen, was mit einem vollbeladenen Kleinwagen der nur wenig schneller fährt als LKWs, nicht ganz ungefährlich ist. Erst beim Überholen sahen sie, das es 8 LKWs hintereinander waren, so wurde der Überholvorgang ziemlich lang. Als sie ungefähr die Hälfte der LKWs überholt hatten sah sie plötzlich im Rückspiegel einen Sattelschlepper von hinten rasch näherkommen. Sie bekam Angst und wollte ihm Platz machen und setzte zum einscheren an, ohne dabei zu bemerken, dass sie noch auf halber Abdeckung mit dem LKW neben ihnen war. In letzter Sekunde griff mein Schwager ihr vom Beifahrersitz aus ins Lenkrad, so dass das Auto wieder ganz auf der linken Spur war. Weil sie sich für diesen Fahrfehler sehr schämte und es ja noch mal gut ging, beschlossen sie, niemanden davon etwas zu erzählen. So erfuhr ich eben erst ein dreiviertel Jahr später von der Sache.

Für mich lernte ich daraus, dass wenn mir eine Sache im Herzen liegt wofür ich beten soll, dann BETE DAFÜR! Verdränge es nicht, egal wie unerklärlich oder unbegreiflich dieses Drängen sein mag.

Nun zurück zu jenem Traum.

Der zweite Teil war eine Mahnung an mich, etwas nicht zu lesen und zu bedenken, dass auch Adam und Eva verführt wurden. Der unmittelbare Schluss von diesem Traum war, dass ich mich im Trau umdrehte und ausrief: „Satan weiche von mir!"

Ich war an diesem Tag so etwas von fix und fertig mit den Nerven und ich beschloss, in eine Gemeinde zu fahren, in die ich zwar zu dem Zeitpunkt (noch) nicht ging, aber ich brauchte dringest jemand mit dem ich über all das reden konnte. Den Schwager von unserem Lehrling der auch gläubig war hatte ich einmal kurz kennen gelernt und ich wusste, dass er sich sehr gut in der Bibel und so auskannte. Ich fuhr also zu der Gemeinde hin, da ich wusste, dass an diesem Tag immer Jugendgruppe und ich glaube Chorprobe war. Ich traf dort auf jenen Lehrling unserer Firma, der mir berichtete, dass eine Schwester am Sonntag ein Zeugnis von einem Gesicht gab, dass sie auf dem Balkon ihres Hauses bekommen hatte. Sie sah, wie sich der Himmel öffnete und der Herr kam. Na bravo dachte ich mir, gleich noch mal eins obendrauf, als ob es mir nicht schon schlecht genug gehen würde. Auf jeden Fall nahm sich sein Schwager dann Zeit. Wir setzten uns ins Auto und ich erzählte ihm alles was sich ereignet hatte. Er zeigte mir dann, dass die Dinge in der Bibel anders drinstehen als ich es aus den „Prophetenbüchern" gelesen hatte. Er erklärte mir vieles und zuletzt fragte er mich, ob ich mich mit Okkulten Dingen befasst hatte usw. Als ich dies bejahte, fragte er mich, ob ich denn auch über diese Dinge Buße getan und mich von der ganzen Sache losgesagt hätte. Dies war allerdings ein Punkt, den ich tatsächlich nicht so richtig vor den Herrn gebracht hatte. Es war mir gar nicht so richtig bewusst geworden, was da alles dahintersteckt, selbst wenn es oftmals eine harmlosen, ja sogar manchmal frommen Anstrich hat. Wir beteten dann zusammen und brachten die Ganze Angelegenheit vor dem Herrn, ich tat Buße über all die Dinge aus dem Beriech Esoterik und Okkultismus und sagte mich los von allen finsteren Mächten.

Nach diesem Gebet war alles, aber auch wirklich alles, die Angst, die Panik usw. wie weggeblasen.

Ich hatte totale innere Ruhe, totalen inneren Frieden und eine Freude am Herrn, wie man sie nicht in Worte fassen kann.

Sogar meiner Frau viel auf, als ich wieder zuhause war, dass sich wohl einiges verändert haben musste.

Seit dem, darf ich in Ruhe und Frieden den Weg mit dem Herrn gehen. Immer in dem Bewusstsein ER ist hier bei mir, IHM darf ich vollkommen vertrauen.

Auch weiß ich heute, dass es niemals meine Aufgabe, und auch nicht Gottes Wille war, seine Geheimnisse auszuforschen nur um meine Neugier zu befriedigen.

Geschwister FOLGT dem Herrn nach und lasst euch von IHM leiten, versucht nicht voraus zu rennen, denn wenn man voraus rennt, hat man den Herrn nicht mehr vor Augen und all zu schnell begibt man sich auf falsche Wege und hat die Konsequenzen  selbst zu tragen.

Eines aber jedoch durfte ich auch erfahren.

Auch wenn wir einmal vom Weg abirren, der Herr ist treu und mächtig genug uns wieder auf den rechten Weg zurück zu bringen.

Hab DANK für alles Herr! Amen

Gott segne euch,

euer Wolfgang