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Röm 12,17-21 Vergeltet niemanden Böses mit Bösem! ...

Heute wollen wir uns ein wenig mit Röm 12,17-21 auseinandersetzen.

Röm 12,17-21 Vergeltet niemandem Böses mit Bösem! Befleißiget euch dessen, was in aller Menschen Augen edel ist! Ist es möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden. Rächet euch nicht selbst, ihr Lieben, sondern gebet Raum dem Zorne Gottes; denn es steht geschrieben: «Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr.» Wenn nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn! Wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem!

Zum Einstieg möchte ich euch zwei Geschichten weitergeben.


Nach einer wahren Begebenheit, die R. Riechowsti im Neuwertkalender erzählt.

Banden durchzogen im Jahr 1906 raubend und mordend die Steppe in der Wolgagegend. - Die Bauern hatten sich versammelt, um die Abwehr zu beraten. Sie waren zum äußersten Widerstand entschlossen. Da erhob sich Bauer Karsten. Aus der Brusttasche holte er sein Neues Testament heraus und bedächtig las er: "Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen."

Als er nach Hause kam, empfing ihn die Kunde: Die Banditen kommen! Bauer Karsten traf seine Vorbereitungen. - Wildes Gelächter erscholl, als Vater Karsten den Banditen entgegenging und sie mit dem Gruß Jesu willkommen hieß: "Friede sei zwischen uns! Alles, was mein ist, ist euer!" Man umringte und durchsuchte ihn. Solch ein Narr lief ihnen nicht alle Tage in den Weg! Vorsichtigerweise knallten sie ihre Flinten ab und durchstöberten das Gehöft nach Waffen und Feinden. Als sie die Tenne betraten, bot sich ihnen ein seltsamer Anblick dar.

Alle verfügbaren Bänke und Tische hatte man zusammengerückt, und was die Küche nur hergeben konnte, war aufgetragen. Wie die Wölfe fielen die ausgehungerten Gesellen über die Speisen her. Als sie aber die Bodenräume in Augenschein nahmen, fanden sie alles für sich zum Nachtlager vorbereitet. Erstaunen und Verblüffung malte sich in den Mienen der Banditen. Fluch und Gelächter wechselte unter ihnen. Einige schauten verstört drein, fühlten sich wie von einem Unheimlichen erfasst und geschüttelt. Bis in die späte Nacht hinein lärmten sie in Küche und Keller, aus der Tenne und aus den Böden. Dann begab sich alles zur Ruhe. Es wurde still im Hause.

Mitten in der Nacht hörte Bauer Karsten, der im Obergemach wachte Alarmrufe, Pferde wurden aus dem Stall gezogen... Schwere Tritte dröhnten auf dem Gang zur oberen Kammer - der Banditenführer stand in der Tür bis an die Zähne bewaffnet - er rang nach Worten... "Bauer Karsten, das geht hier nicht mit rechten Dingen zu. Ich kann unter diesem Dache kein Auge zumachen. Darum gehen wir..."

Wenige Augenblicke später jagten die finsteren Gesellen Zum Tor hinaus, ohne etwas mitgenommen oder versehrt zu haben. Als Bauer Karsten am Morgengrauen einen Rundgang um sein Gehöft machte, sah er in der ferne Flammen aufzüngeln. Das Nachbargehöft stand in Flammen. Dort hatten die Banditen Widerstand gefunden.


Ein Christ in Südchina hatte auf halber Höhe eines Berghanges ein Reisfeld. Während der Trockenzeit benutzte er ein Tretrad, um Wasser aus dem Bewässerungsgraben auf sein Feld hinaufzupumpen. Unterhalb davon lagen die zwei Felder seines Nachbarn, und eines Nachts durchstach dieser den trennenden Erdwall und ließ das ganze Wasser auf seine Felder fließen. Als der Christ den Wall wieder flickte und neues Wasser heraufpumpte, machte der Nachbar wieder das gleiche, und so ging es drei- oder viermal.

Darauf besprach sich der Christ mit den anderen Christen. "Ich habe versucht, geduldig zu sein und keine Vergeltung zu üben", sagte er, "aber ist das richtig?" Nachdem sie gemeinsam darüber gebetet hatten, meinte einer von ihnen: "Wenn wir bloß immer versuchen, das Richtige zu tun, sind wir sehr armselige Christen. Wir müssen mehr tun als nur das, was recht ist."

Am nächsten Morgen pumpte der Christ Wasser für die beiden unteren Felder und am Nachmittag für sein eigenes Feld. Der Nachbar war über diese Tat so erstaunt, dass er begann, nach dem Beweggrund zu forschen, bis schließlich auch er Christus fand. "Richtig oder falsch" ist der Grundsatz der Heiden und Zöllner. Nicht er muss mein Leben beherrschen, sondern die Übereinstimmung mit Christus.


In Mt 5,9 lesen wir:

Mt 5,9 Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen!

Liebe Geschwister, oft lesen wir heute in den Zeitungen von Gerichtsprozessen und Urteilen die man fast nicht für möglich hält. Da gehen Nachbarn wegen irgendwelcher Kleinigkeiten auf einander los, Familienangehörige Klagen sich gegenseitig an usw. Die Gerichte haben alle Hände voll zu tun mit zum Teil derart „lächerlichen“ Belangen und keiner will nachgeben weil jeder „sein Recht“ um jeden Preis durchsetzen möchte.

Stimmt es da nicht, wenn ein Sprichwort sagt: „Der Klügere gibt nach!“?

Wenn wir, als Kinder Gottes, nach der Anweisung der Bibel handeln, können wir das „nur“ weil Gottes Geist und Liebe in uns wohnt.

Phil 2,13 denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt, nach Seinem Wohlgefallen.

Hat nicht Gott selbst an uns so gehandelt, wie er es von uns erwartet?

Wir, die wir seine Feinde waren durften seine Liebe erfahren.

Das Ergebnis davon ist, dass wir nun Gott lieben können.

1Jo 4,19 Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.

Durch die Liebe Gottes können Menschen überwunden werden!

In der Welt regiert das Gesetz Auge um Auge, Zahn um Zahn. Jeder will recht haben, jeder will seine Ansprüche durchsetzen, auch wenn es auf Kosten anderer geht. Genau diesen „Egoismus“ sollten Christen überwinden.

Jesus sagt:

Mk 8,34 ...Wer mir nachkommen will, der verleugne sich selbst...

Auch in Mt 5,38-48 lesen wir:

Mt 5,38-48 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: «Auge um Auge und Zahn um Zahn!» Ich aber sage euch: Ihr sollt dem Bösen nicht widerstehen; sondern wenn dich jemand auf deinen rechten Backen schlägt, so biete ihm auch den andern dar; und wer mit dir rechten und deinen Rock nehmen will, dem lass auch den Mantel; und wenn dich jemand eine Meile weit zu gehen nötigt, so gehe mit ihm zwei. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der von dir borgen will. Ihr habt gehört, dass gesagt ist: «Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen!» Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen; auf dass ihr Kinder eures Vaters im Himmel seid. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die Heiden ebenso? Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer himmlischer Vater vollkommen ist!

Möge der Herr uns davor bewahren, dass wenn uns einer übel mitspielt wir in Gedanken geraten, wie wir demjenigen eins reinwürgen können, sondern vielmehr, das wir danach Ausschau halten was wir ihm Gutes tun könnten, und dies dann auch in die Tat umsetzen.

Gott segne euch,

euer Wolfgang