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Liebe ist...!? Teil 2

Liebe Geschwister, letztes mal hatten wir den ersten Teil von „Liebe ist...!?“ bei dem es einerseits um die Ansprüche geht, die Jesus an uns als seine Jünger stellt und wie groß die Gefahren sind, wenn Liebe nur vorgespielt wird, wenn also Heuchelei im Spiel ist. Zum zweiten ging es darum, dass Lieblosigkeit, bzw. eben „fehlende Liebe“ ein Warnsignal ist, dass etwas mit dem Glauben nicht in Ordnung ist. Heute wollen wir uns, wie bereits letzte Woche angekündigt, einmal ansehen, was die Schrift dazu sagt, wie Liebe ist, bzw. wie Liebe eben nicht ist. Einsteigen möchte ich noch einmal im 1 Kor 13,1-3 wo Paulus den Stellenwert der Liebe klar hervorhebt.

1Kor 13,1-3 Wenn ich mit Menschen- und Engelzungen rede, aber keine Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen kann und alle Geheimnisse weiß und alle Erkenntnis habe, und wenn ich allen Glauben besitze, so dass ich Berge versetze, habe aber keine Liebe, so bin ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe austeile und meinen Leib hergebe, damit ich verbrannt werde, habe aber keine Liebe, so nützt es mir nichts!

Wir sehen, dass Paulus klar herausstellt, dass im Endeffekt, die Liebe das Wichtigste von allem ist. Jeder Dienst, jede Gabe, auch jede Hingabe die ohne Liebe geschieht nützt nichts. Vor Gott zählt der GLAUBE, der durch die LIEBE wirksam ist!

Gal 5,6 denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch Liebe wirksam ist.

Liebe hat sehr viel mit Hingabe zu tun, sie richtet sich auf ein Gegenüber aus und kann nicht erzwungen werden.

Liebe ist eine freiwillige Sache, ein freiwilliges geben. Die Schrift sagt, wir sind zur Freiheit berufen. Nur sollen wir diese Freiheit recht gebrauchen.

Gal 5,13 Denn ihr, meine Brüder, seid zur Freiheit berufen; nur machet die Freiheit nicht zu einem Vorwand für das Fleisch, sondern durch die Liebe dienet einander.

Durch die Liebe einander dienen, das ist das, was Gott von uns erwartet.

In der Zeitschrift Medizin und Ideologie war vor ein paar Jahren ein kurzer Text abgedruckt mit dem Titel: „Wenn die Liebe nicht wäre...“ In diesem kurzen Text, wird sehr schön zusammengefasst, was aus an und für sich guten Dingen herauskommt, wenn es KEINE Liebe Gäbe.

Pflicht OHNE LIEBE macht verdriesslich!
Verantwortung
OHNE LIEBE macht rücksichtslos!
Gerechtigkeit
OHNE LIEBE macht hart!
Wahrheit
OHNE LIEBE macht kritisch!
Klugheit
OHNE LIEBE macht gerissen!
Freundlichkeit
OHNE LIEBE macht heuchlerisch!
Ordnung
OHNE LIEBE macht kleinlich!
Ehre
OHNE LIEBE macht hochmütig!
Besitz
OHNE LEIBE macht geizig!
Glaube
OHNE LIEBE macht fanatisch!
Leben
OHNE LIEBE ist sinnlos!

Wenn man sich diese Punkte einmal so durch den Kopf gehen lässt, stellt man relativ schnell fest, dass „fehlende Liebe“ egozentrisch macht. Nicht mehr mein Gegenüber zählt, sondern nur das ICH, das eigene EGO. Liebe wie gesagt, ist genau anders herum. Sie richtet sich auf ein Gegenüber aus. Liebe ist ein freiwilliges geben, ein abgeben meines EGOS zum Wohle des anderen.

Phil 2,1-8 Gibt es nun irgendwelche Ermahnung in Christus, gibt es Zuspruch der Liebe, gibt es Gemeinschaft des Geistes, gibt es Herzlichkeit und Erbarmen, so machet meine Freude völlig, indem ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habet, einmütig und auf eines bedacht seid, nichts tut aus Parteigeist oder eitler Ruhmsucht, sondern durch Demut einer den andern höher achtet als sich selbst, indem jeder nicht nur das Seine ins Auge fasst, sondern auch das des andern. Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie Jesus Christus auch war, welcher, da er sich in Gottes Gestalt befand, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern sich selbst entäußerte, die Gestalt eines Knechtes annahm und den Menschen ähnlich wurde, und in seiner äußern Erscheinung wie ein Mensch erfunden, sich selbst erniedrigte und gehorsam wurde bis zum Tod, ja bis zum Kreuzestod.

Lasst uns nun einen Blick darauf werfen, wie die Schrift LIEBE sieht. Lasst uns schauen, welche Eigenschaften zur Liebe gehören, und welche Eigenschaften eben nicht zu Liebe gehören.

1Kor 13,4-7 Die Liebe ist langmütig und gütig, die Liebe beneidet nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf; sie ist nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

Liebe ist Langmütig und gütig!

Das heißt GEDULD haben. Gerade mit Geschwistern, aber auch mit ungläubigen Menschen. Eine Sicht, die mir persönlich weiterhilft wenn es hier schwierig wird, ist die, dass ich mir vor Augen halte wie viel GEDULD Gott mit mir hatte, bzw. auch immer noch hat. Wäre Gott nicht so langmütig und gütig, wäre ich heute garantiert nicht mehr hier, und ich denke die meisten von euch auch nicht, denn durch seine Güte und durch seinen Langmut, kamen wir alle einstmals zu Buße.

Röm 2,4 Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut, ohne zu erkennen, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

Liebe beneidet nicht!

Das heißt, ich gönne einem ANDEREN was er bekommt oder erhält, sei es Hab und Gut, Ehre, Anerkennung usw.! Das heißt, ich gebe mich zufrieden mit dem was Gott mir zugedacht hat.

1Tim 6,7-8 Denn wir haben nichts in die Welt gebracht; so ist es klar, dass wir auch nichts hinausnehmen können. Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, soll uns das genügen!

Aus NEID wurden sehr viele Kriege geführt, einfach weil Menschen es nicht ertragen konnten, dass andere mehr Besitzen, sei es fruchtbares Land, Bodenschätze wie Gold, Erdöl usw., aber auch zum Beispiel Ehre und Anerkennung. Neid und Eifersucht waren es auch, die zum ersten Mord führten.

1Mo 4,5-8 Und der HERR sah an Abel und sein Opfer; aber Kain und sein Opfer sah er gar nicht an. Da ergrimmte Kain sehr und ließ den Kopf hängen. Da sprach der HERR zu Kain: Warum bist du so zornig und lässest den Kopf hängen? Ist's nicht also: Wenn du gut bist, so darfst du dein Haupt erheben? Bist du aber nicht gut, so lauert die Sünde vor der Tür, und ihre Begierde ist auf dich gerichtet; du aber herrsche über sie! Da redete Kain mit seinem Bruder Abel. Es begab sich aber, als sie auf dem Felde waren, da erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot.

Liebe prahlt nicht, Liebe bläht sich nicht auf.

Wenn ein Mensch erkannt hat, dass alles was er ist und hat, einzig uns allein eine Gnade Gottes ist, dann wird er nicht prahlen und sich nicht aufblähen, sondern Gott die Ehre geben. Nur wer seine eigene Unzulänglichkeit noch nicht erkannt hat, wird sich etwas auf sich selbst einbilden und damit angeben. Er wird aufgeblasen sein und sich selbst verherrlichen. Somit wird er selbst wiederum zu einem Fallstrick für andere, die ihn dann unter Umständen BENEIDEN! Solche Menschen, die ihre Ehre vor Menschen suchen, werden in der Bibel gerügt.

Lk 16,15 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid es, die sich selbst rechtfertigen vor den Menschen, aber Gott kennt eure Herzen; denn was bei den Menschen hoch angesehen ist, das ist ein Greuel vor Gott

Joh 5,44 Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmet und die Ehre vom alleinigen Gott nicht suchet?

Die ehre von GOTT zu suchen, heißt Jesus Christus zu dienen was unweigerlich mit Selbstverleugnung einhergeht.

Joh 12,26 Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll auch mein Diener sein; und wer mir dient, den wird mein Vater ehren.

Die Liebe ist nicht unanständig.

Hier könnte man nun viel hinein interpretieren, was mit unanständig gemeint sein könnte. Auf jeden Fall wird jemand der Liebe hat bemüht sein niemanden einen Anstoß zu geben. er wird bemüht sein, das Wohl des anderen im Auge zu behalten und letztlich ihn durch ein gutes Zeugnis für den Herrn zu gewinnen. Da wir aber nicht über die Schrift hinausgehen sollen, möchte ich mich auf die Aussagen aus dem Römerbrief stützen. Das Wort „unanständig“ und das Wort „anständig“ kommen beide nur einmal in der Bibel vor. Da sie Gegensätze sind, können wir davon ausgehen, dass die Dinge, die einen „anständigen Wandel“ ausschließen als „unanständig“ zu betrachten sind.

Röm 13,13-14 lasst uns anständig wandeln als am Tage, NICHT in Schmausereien und Schlemmereien, nicht in Unzucht und Ausschweifungen, nicht in Hader und Neid; sondern ziehet den Herrn Jesus Christus an und pfleget das Fleisch nicht bis zur Erregung von Begierden!

Die Liebe sucht nicht das Ihre.

Dies hatten wir oben bereits erwähnt, dass Liebe sich auf ein Gegenüber ausrichtet und nicht NUR das eigene ins Auge fasst, sonst wäre es Egoismus bzw. übertriebene Eigenliebe. Die Schrift aber sagt: „Liebe deinen nächsten wie dich selbst!“

Die Liebe lässt sich nicht erbittern.
Und was dazugehört.

Die Liebe rechnet das Böse nicht zu.

Das heißt, wenn ich jemanden Liebe, dann werde ich nicht aus Zorn und Wut heraus gegen jemanden vorgehen. Hier greift auch der Punkt ein, dass wenn ich jemanden Liebe, rechne ich ihm auch Böses nicht zu, sondern werde ihm vergeben und nicht nachtragend sein.

Die Liebe freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit.

Wer liebt, wird auch einen Gerechtigkeitssinn entwickeln. Würde man sich über Ungerechtigkeit freuen, würde man denjenigen, der ungerecht behandelt wird NICHT lieben. Zu lieben heißt also auch, nicht einseitig zu lieben, sondern gerecht.

Röm 12,18 Ist es möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden.

1Tim 2,4 (Gott) welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Röm 2,11 denn es gibt kein Ansehen der Person bei Gott

Die Liebe erträgt alles.
Die Liebe glaubt alles.
Die Liebe hofft alles.
Die Liebe duldet alles.

Diese 4 Stellen zusammen genommen zeigen uns im Endeffekt, dass wir niemals aufhören sollen zu lieben. Ertragen, wenn uns Menschen schmähen, glauben, dass auch sie noch die Chance auf Gnade und Rettung verdient haben, hoffen, dass sie noch den Sprung zum Herrn schaffen, weiterlieben und erdulden, selbst wenn sie unsere ärgsten Feinde wären.

Wenn wir uns nun anschauen, dann denke ich muss sich jeder von uns eingestehen, alles andere als perfekt zu sein, gerade was das Thema LIEBE angeht. Es ist hier auch eine Liebe beschrieben, wie sie nur Gott haben kann, bzw. wie sie nur von Gott kommen kann, jedoch dürfen auch wir, aus Gnade heraus, in der Liebe wachsen, denn Gottes Liebe ist ausgegossen in unsere Herzen. Möge der Herr uns Liebe schenken. Liebe zu den Geschwistern, Liebe zu allen noch verlorenen Menschen und auch Liebe zu unseren Feinden. Allermeist aber möge er uns dazu befähigen IHN zu lieben, der uns zuerst geliebt hat.

1Jo 4,19 Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.

2Kor 13,11 Übrigens, ihr Brüder, freuet euch, lasset euch zurechtbringen, lasset euch ermahnen, sinnet auf dasselbe, haltet Frieden, so wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein!

Gott segne euch,

euer Wolfgang