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Gesetz UND Gnade?

Heute wollen wir uns die beiden Begriffe Gesetz und Gnade einmal etwas näher ansehen.

Wenn wir heute hier von Gesetz reden, ist das Mosaische Gesetz gemeint, wie es uns im Alten Testament in den 5 Büchern Mose überliefert ist.

Wenn wir von Gnade reden, ist die Gnade gemeint, die uns Gott durch Jesus Christus darreicht.

Soviel nur mal vorab zur Begriffserläuterung, damit keine Missverständnisse auftauchen.

Es ist leider ein Tatsache, dass wir es immer wieder mit „Gesetzlichen Christen“ zu tun haben, sprich mit Menschen die der Meinung sind, das Gesetz würde auch für uns noch in gewisser Weiße Gültigkeit haben. Meistens argumentieren sie, dass Gottes Wort ein ewiges Wort ist und das Jesus ja sagte, er sei nicht gekommen um das Gesetz aufzulösen. Diese beiden Aussagen, die an und für sich ja richtig sind, können, wenn man die Begriffe Gesetz und Gnade nicht richtig verstanden hat, zu falschen Lehren führen. Das erste, was man sich mal klar machen muss ist, dass die meisten von uns, niemals unter dem Gesetz waren. Das Gesetz ist den Juden gegeben worden und nicht den Heiden. Ich denke, dass die meisten von uns hier Heidenchristen sind und die wenigsten zu den Judenchristen, sprich zu den Leuten, die aus der Jüdischen Religion heraus Christen wurden, gehören.

Da die Gemeinde Christi aus beidem, Heiden und Juden, besteht, und die Juden vorher unter dem Gesetz waren, meinten sie bereits in den Anfängen der Gemeinde, den Heiden das Gesetz, bzw. Teile des Gesetzes auferlegen zu müssen. Eine der bedeutendsten Punkte war die Beschneidung, die jeder Mann, der zur Jüdischen Religion wechseln wollte, über sich ergehen lassen musste. Auf Grund dieser entstandenen Konflikte, wurde die Angelegenheit bereits sehr früh geregelt und unter Führung des Heiligen Geistes festgelegt, was denn nun vom Gesetz für die Heiden noch zu gelten habe.

Apg 15,22-29  Da gefiel es den Aposteln und den Ältesten samt der ganzen Gemeinde, Männer aus ihrer Mitte zu erwählen und mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden, nämlich Judas mit dem Zunamen Barsabbas, und Silas, leitende Männer unter den Brüdern. Und sie sandten durch ihre Hand folgendes Schreiben: «Die Apostel und die Ältesten und Brüder entbieten den Brüdern zu Antiochia und in Syrien und Cilicien, die aus den Heiden sind, ihren Gruß! Da wir gehört haben, dass etliche, die von uns ausgegangen sind, euch durch Reden verwirrt und eure Seelen unsicher gemacht haben, ohne dass wir sie dazu beauftragt hätten, so hat es uns, die wir einmütig versammelt waren, gefallen, Männer zu erwählen und zu euch zu senden mit unsren geliebten Barnabas und Paulus, Männern, die ihre Seelen hingegeben haben für den Namen unsres Herrn Jesus Christus. Wir haben also Judas und Silas gesandt, welche euch mündlich dasselbe verkündigen sollen. Es hat nämlich dem heiligen Geist und uns gefallen, euch keine weitere Last aufzulegen, außer diesen notwendigen Stücken: dass ihr euch enthaltet von Götzenopfern und von Blut und vom Erstickten und von Unzucht; wenn ihr euch davor in acht nehmet, so tut ihr recht. Lebet wohl!»

Enthalten von Götzen, von Ersticktem, von Blut und von Unzucht. Diese vier Punkte, sind die einzigen die vom Mosaischem Gesetz für Heiden Gültigkeit haben. Wenn also jemand meint, euch das Gesetz predigen zu müssen und euch weiß machen möchte ihr müsstet irgend etwas davon halten, was über die vier erwähnten Punkte hinaus geht, könnt ihr euch auf diese Stelle der Schrift, Apostelgeschichte 15,22-29, berufen. Diese sehr klare und deutliche Aussage wollte ich vorab geklärt haben.

Nun wollen wir aber einmal die ganze Angelegenheit aus Sicht eines Juden betrachten, also so, wie wenn wir in der Jüdischen Religion aufgewachsen wären.

Welche Bedeutung hätte für diesen Fall das Gesetz für uns?

Wie sind aus dieser Sicht die Aussagen Jesus zu verstehen, dass er nicht gekommen ist das Gesetz aufzulösen, bzw. was wäre die Folge, wenn er es aufgelöst hätte?

Um es also noch einmal klar zu sagen, als Heiden standen wir niemals unter dem Gesetz, wären wir vorher aber Juden gewesen, dann schon.

Das wichtigste, dass es zunächst zu erkennen gilt ist, dass NIEMAND durch das Gesetz vor Gott gerecht werden kann. Die Juden versuchen zwar durch das Gesetz vor Gott bestehen zu können, aber wenn sie zu sich selbst ehrlich wären, müssten sie sich eingestehen, dass sie das Gesetz nicht halten können. Kein noch so frommer Mensch, könnte es ein leben lang halten, ohne jemals gegen ein Gebot zu verstoßen.

Nun sagt die Bibel folgendes.

Jak 2,10-11 Denn wer das ganze Gesetz hält, aber in einem [Gebote] fehlt, der ist in allem schuldig geworden; denn der, welcher gesagt hat: «Du sollst nicht ehebrechen», der hat auch gesagt: «Du sollst nicht töten». Wenn du nun zwar nicht die Ehe brichst, aber tötest, so bist du ein Übertreter des Gesetzes geworden.

Gal 3,11-12 Dass aber im Gesetz niemand vor Gott gerechtfertigt wird, ist offenbar; denn «der Gerechte wird aus Glauben leben.» Das Gesetz aber lautet nicht: «Aus Glauben», sondern: «wer es tut, wird dadurch leben».

Vor Gott gibt es keine Gerechtigkeit aus Werken, sondern nur eine Gerechtigkeit aus Glauben.

Röm 4,3-8 Denn was sagt die Schrift? «Abraham aber glaubte Gott, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit angerechnet.» Wer aber Werke verrichtet, dem wird der Lohn nicht als Gnade angerechnet, sondern nach Schuldigkeit; wer dagegen keine Werke verrichtet, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, dem wird sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet. Ebenso spricht auch David die Seligpreisung des Menschen aus, welchem Gott Gerechtigkeit anrechnet ohne Werke: «Selig sind die, welchen die Übertretungen vergeben und deren Sünden zugedeckt sind; selig ist der Mann, welchem der Herr die Sünde nicht zurechnet!»

Eph 2,8-9 Denn durch die Gnade seid ihr gerettet, vermittels des Glaubens, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.

Wenn also durch das Gesetz sowieso niemand gerecht werden kann, wozu dann das Ganze?

Wozu verschärft Jesus dann noch das Gesetz, als er zum Beispiel sagt, dass bereits wenn jemand eine Frau auch nur ansieht um sie zu begehren, bereits im Herzen Ehebruch mit ihr begangen hat?

Sinn und Zweck dieser „Verschärfung“ ist es, den Menschen klar zu machen, dass sie nicht vor Gott bestehen könnten, auch wenn sie nach ihrer eigene Auffassung untadelig seien. Das Gesetz, dient den Juden also nicht als Weg zum Leben, wie sie selbst es verstehen, sondern wie es die Bibel sagt, als ein Zuchtmeister auf Christus hin. Sie sollen an den Anforderungen des Gesetzes zerbrechen und erkennen, dass sie einen Erlöser brauchen.

Röm 3,19-20   Wir wissen aber, dass das Gesetz alles, was es spricht, denen sagt, die unter dem Gesetze sind, auf dass jeder Mund verstopft werde und alle Welt vor Gott schuldig sei, weil aus Gesetzeswerken kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden kann; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.

Gal 3,24-25 So ist also das Gesetz unser Zuchtmeister geworden auf Christus hin, damit wir durch den Glauben gerechtfertigt würden. Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister;

Das heißt, dass diejenigen Juden, die zu Glauben gekommen sind, nicht mehr unter dem Gesetz stehen. Für sie gilt folgende Aussage.

Röm 10,4 Denn Christus ist des Gesetzes Ende zur Gerechtigkeit für einen jeden, der da glaubt.

Für einen Juden, der den Weg zu Jesus gefunden hat, gilt das Gesetz nicht mehr! Für ihn, hat das Gesetz seinen Zweck erfüllt, nämlich ihn solange unter dem Gesetz zu verwahren und zu knechten, bis er seine Sündhaftigkeit erkennt, und die angebotene Erlösung in Jesus Christus annimmt. Daher wird es dann auch verständlich, dass Jesus das Gesetz nicht aufgehoben hat, denn hätte er es aufgehoben, dann würde sich niemand mehr nach einem  Erlöser sehnen, da niemand mehr seine Sündhaftigkeit erkennen würde. Wie Paulus Auch bekannte;

Röm 7,7 Aber die Sünde hätte ich nicht erkannt, außer durch das Gesetz; denn von der Lust hätte ich nichts gewusst, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: Lass dich nicht gelüsten!

Nun kam es aber vor, dass gläubig gewordene Juden, noch an einigen Dingen des Gesetzes festhalten wollten. Die Bibel aber stellt eines ganz klar heraus, nämlich das es keinen „Mischweg“ gibt. Entweder man sucht die „Gerechtigkeit aus Glauben“ ODER die „Gerechtigkeit aus Werken“, sprich die aus dem Gesetz, die eh niemals ein Mensch erreichen könnte. Entweder oder!!! Beides zusammen gibt's nicht. Dies ist es auch, was man den anfangs erwähnten „Gesetzlichen Christen“ zu verstehen geben sollte. Bei Jesus ist kein Platz für Selbstgerechtigkeit. Er allein war es, der die Erlösung ermöglichte. Einzig und allein sein  stellvertretendes Opfer am Kreuz machte es möglich. Diesem können und dürfen wir nichts, aber auch gar nichts, hinzufügen. Würden wir noch etwas „Gesetzeswerk“ drauf packen wollen, würden wir Jesus im Endeffekt sagen: „Sorry, aber dein Opfer reicht nicht aus!!!“ Dies ist etwas, was Jesus sich nicht von uns bieten lässt, da es ja auch nicht der Wahrheit entspricht. Der rettende Glaube verlässt sich zu 100% auf das durch Jesus vollbrachte Opfer am Kreuz. Wer meint diesem etwas „hinzufügen“ zu können, der irrt sich!!!

Gal 5,4 Ihr seid losgetrennt von Christus, die ihr durchs Gesetz gerecht werden wollt, ihr seid aus der Gnade gefallen.

Hebr 10,14-17 denn mit einem einzigen Opfer hat er die, welche geheiligt werden, für immer vollendet. Das bezeugt uns aber auch der heilige Geist; denn, nachdem gesagt worden ist: «Das ist der Bund, den ich mit ihnen schließen will nach diesen Tagen», spricht der Herr: «Ich will meine Gesetze in ihre Herzen geben und sie in ihre Sinne schreiben, und ihrer Sünden und ihrer Ungerechtigkeiten will ich nicht mehr gedenken.»

Welche wunderbare Gnade... Danke Herr!!!

Ich wünsche euch Gottes reichen Segen,

euer Wolfgang