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Gehorsam - Ungehorsam

Heute wollen wir uns einmal ein paar Gedanken zum Thema Gehorsam und Ungehorsam machen.

Folgende Verse möchte ich über das Thema Stellen:

Hebr 5,8-9 Und wiewohl er Sohn war, hat er doch an dem, was er litt, den Gehorsam gelernt; und so zur Vollendung gelangt, ist er allen, die ihm gehorchen, der Urheber ewigen Heils geworden...

Röm 5,19 Denn gleichwie durch den Ungehorsam des einen Menschen (Adam) die vielen zu Sündern gemacht worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen (Jesus) die vielen zu Gerechten gemacht.

Anlass für die Wahl dieses Themas für heute Abend war folgende Begebenheit.

Ich saß vor ein paar Tagen bei uns in der Küche. Mein Kleiner und meine Frau sahen sich im Wohnzimmer eine Film an, so hatte ich Zeit ungestört in der Bibel zu lesen und über verschieden Begebenheiten nach zudenken. So dasitzend und nachdenkend kam es mir in den Sinn doch ein Gläschen von diesem köstlichen Rotwein zu trinken, den mir ein lieber Bruder ein paar Tage vorher geschenkt hatte. Nun ist ja gegen ein oder auch zwei Gläschen Rotwein überhaupt nichts einzuwenden, dennoch wollte der Herr mir diesmal etwas zeigen. Ich ging also zu Kühlschrank, was für manche Weinkenner wie Barbarei klingen muss, aber ich mag Wein eben nun wenn dann gut gekühlt, und holte die Flasche heraus. Ich setzte den Korkenzieher an und begann also die Flasche zu öffnen. Plötzlich brach der Korkenzieher auseinander. Soweit ja nichts besonderes, kann ja mal vorkommen. Wäre da nicht dieser eine Gedanke gewesen:

„Gott will wohl nicht, dass ich jetzt ein Gläschen Wein trinke!"

Der Gedanke war kurz da, aber wurde sofort von dem Gedanken überwunden, wie man nun diesen im Korken steckenden Metallstab rausbekommt und das natürlich am besten mitsamt dem Korken. Als gelernter Mechaniker fackelte ich nicht lange und suchte eine Punkt wo man zu Herausziehen ansetzen könnte. Diesen fand ich dann auch, jedoch rutschte ich ab und riss mir den Finger dabei auf, so dass ich blutete. Ich also Taschentuch um den Finger gewickelt und da war er auch schon wieder da, dieser eine Gedanke:

„Gott will wohl wirklich nicht, dass ich jetzt ein Gläschen Wein trinke!"

Es wäre nun höchste Zeit gewesen, die Flasche wieder in den Kühlschrank zurück zu stellen. Aber es trieb mich weiter. Neuer Anlauf und tatsächlich, der Korken lockerte sich ein wenig, jedoch riss er in der Mitte ab, so dass die Hälfte noch in der Flasche stecken blieb, und wieder war der Gedanke da:

„Gott will wohl nicht, dass ich jetzt ein Gläschen Wein trinke!"

Aber auch diesmal sollte der Gedanke nicht fruchten. Ich nahm mein Schweizer Taschenmesser, klappte den Korkenzieher heraus und endlich gab der Korken nach. Ich schenkte mir ein Glas ein, Korken wieder in die Flasche und ab damit zurück in den Kühlschrank. Das Glas Wein schmeckte wunderbar. Es war auch eine Genugtuung sich nicht von dieser Flasche unterkriegen zu lassen, sonder einen kleinen Triumph zu feiern und den Sieg davon zutragen. Ich hatte den Kampf „ich" gegen die „Flasche" gewonnen und „meinen Willen" erfolgreich durchgesetzt. Plötzlich war er wieder da, dieser eine Gedanke:

„Gott wollte wohl nicht, dass ich jetzt ein Gläschen Wein trinke!"

Ja, den Kampf gegen diesen widerspenstigen Korken hatte ich gewonnen, aber in dem Punkt auf Gott zu hören und gehorsam zu sein hatte ich verloren! Obwohl es mein Herzensanliegen ist „Gottes Willen" zu tun, tat ich doch „meinen Willen".

Meine Gedanken gingen auf einmal zu Bileam auf seinem Esel.

Ich denke die meisten von euch kennen die Begebenheit. Obwohl sein Esel ausweichte treib er ihn mit Gewalt zurück auf den Pfad den „ER" gehen wollte. Er setzte auch „SEINEN WILLEN" durch. Als sich die Sache Stück für Stück weiter zuspitzte, öffnete Gott dem Esel dem Mund, so dass dieser mit Bileam redete. Erst nach dieser Rede sah Bileam den Engel, der mit gezogenem Schwert ihm entgegenstand.

Nachlesen könnt ihr die Begebenheit in 4 Mose 22,21 – 34.

Als ich meinem Sohn diese Begebenheit erzählte, die sich zugetragen hatte; was meint ihr war seine spontane Antwort?

„Papa, Gott wollte halt nicht das du ein Gläschen Rotwein trinkst!"

Innerlich war es auch für mich klar, und die Frage machte sich breit, was treibt uns dazu an, Gott nicht zu gehorchen!

Heute weiß ich, warum Gott nicht wollte, dass ich dieses Gläschen Rotwein trank. Die Sicht, die der Herr mir geschenkt hat möchte ich hier jetzt nicht im Detail weitergeben, es sei nur soviel gesagt, dass die Begebenheit mit dem Rotwein ein kleines Puzzelsteinchen von vielen war, die sich unter Gebet zu einem Ganzen zusammengefügt haben.

Ein Ergebnis davon war, dass der Herr mich zur Buße leitete.

Wenn wir Gottes reden vernehmen und dennoch gegen das Erkannte handeln, können wir uns nicht rechtfertigen, es ist „UNGEHORSAM"!

Es ist derselbe „UNGEHORSAM" der Adam und Eva verleitete, als sie wider besseren Wissens von der verbotenen Frucht gegessen haben.

Und  dieser „UNGEHORSAM" ist in uns allen drin.

Die Bibel nennt es auch „Fleisch".

Und dieses „Fleisch" in uns führt eine Kampf gegen den „GEIST" in uns!

Gal 5,17 Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist und den Geist wider das Fleisch; diese widerstreben einander, so dass ihr nicht tut, was ihr wollt.

Nun steht in der Bibel aber auch eine Vers vorher:

Gal 5,16 Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen.

Wenn wir also nun bei uns feststellen, dass wir immer und immer wieder den „LÜSTEN DES FLEISCHES" unterliegen, stellt sich schon die Frage:

„Wandeln wir wirklich im Geist?"

Oder stimmt vielleicht etwas nicht ganz bei uns?

Mir brachte ein aufrichtiges Gebet die Erkenntnis, dass es doch einige Punkte in meinem Leben gibt, die Gott wohl nicht gut heißt. Tja, wie gesagt es galt nun einige Dinge zu bekennen und Buße darüber zu tun. Das Ergebnis davon wiederum war eine Freude am Herrn, wie man sie in Worten nicht ausdrücken kann. Einfach unbeschreiblich.

Es wäre sehr schön, wenn der/die Eine oder Andere hier den Mut finden würde, aus eigenen Erfahrungen zu berichten.

Auf der OHK Skript Seite von www.seelsorgenet.de findet ihr auch zwei weitere Texte zu diesem Thema, die ich nur wärmstens zum Lesen empfehlen kann. Zum einen Gedanken zu dem bekannten Märchen „Rotkäppchen" zum anderen ein Text über einen Holzfäller der zu dem Schluss kommt, dass Adam daran Schuld ist, dass er so hart arbeiten muss.

Gott segne euch,

euer Wolfgang