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Gedanken zum "Vater unser!"

Mt 6,9-13 So sollt ihr nun also beten: Unser Vater, der du bist in dem Himmel! Geheiligt werde dein Name. Es komme dein Reich. Dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf Erden. Gib uns heute unser tägliches Brot. Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldnern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Es gibt wohl kaum Christen, die da sogenannte "Vater unser" nicht kennen. Ob der Herr Jesus wollte, dass wir es immer wieder zu bestimmten Anlässen wörtlich nachsprechen sollten? Der Herr selbst hat es nicht gebetet, denn mit "So sollt ihr nun also beten", fordert ER seine Jünger auf. Ihnen war, in Anbetracht der bedrückenden römischen Herrschaft, besonders die Bitte "dein Reich komme", ein starkes Anliegen. Sie wünschten, Christus würde ihnen das Reich aufrichten und Seine Königsherrschaft antreten und predigen: "Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen" (Matthäus 4,17). Aber Israel hat seinen Messias verworfen und hat nicht Buße getan. Als Folge richtet sich das große Heil Gottes auch an die Nationen. In der Zukunft wird ein gläubiger Überrest aus Israel, in einer Zeit großer Drangsal, wieder das Kommen Seines Reiches erflehen.

Darf denn ein Christ heute das "Vater unser" nicht mehr beten?

Aber sicher: Wenn es mit aufrichtigem Herzen geschieht, dringt es an das Ohr des Vaters. Unser Vorrecht ist es, zu beten "wie es uns ums Herz ist" und zwar zu jeder Zeit und an jedem Ort.

Das "Vater unser" ist für uns gewissermaßen ein "Mustergebet".

Das Gebet besteht aus sieben Bitten. Die ersten drei Bitten haben die Ehre Gottes zum Inhalt und die weiteren vier Bitten die Bedürfnisse des Betenden. Hat uns das nicht schon viel zu sagen? Überprüfen wir doch einmal den Inhalt unserer Gebete! Haben sie auch die Ehre Gottes zum Gegenstand oder geht es uns nicht vielfach nur oder zumindest zunächst um unsere Bedürfnisse?

Schauen wir uns das wertvolle Gebet im Einzelnen an:

Es beginnt mit der Anrede: "Unser Vater". Macht es nicht unsere Herzen froh, dass wir Gott als unseren Vater kennen? "Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater...", bezeugt uns der Herr Jesus. Das Herz des Vaters ist dir zugewandt, denn "der Vater selbst hat [dich] lieb" (Johannes 16,27). Voll Vertrauen darfst DU Dich in jeder Angelegenheit, in Freude und Trauer, zu Ihm wenden. Du bist sein Kind und darfst "Abba Vater" ("lieber oder geliebter Vater") zu deinem Gott sagen.

Erste Bitte: "Geheiligt werde dein Name"

"Den HERRN der Heerscharen, den sollt ihr heiligen", fordert der Prophet Jesaja auf (Kap. 8,13). Jeder Gläubige ist der Stellung nach ein Heiliger. Gott sieht auch Dich "in Christus", im Wert Seiner Person und seines Opfers (vgl. 2.Korinther 5,17), denn: "Wir sind durch seinen Willen geheiligt, durch das ein für alle mal geschehene Opfer des Leibes Jesus Christi" (Hebr 10,10).

Nun fordert uns Gott auf: Sei was du bist! Er möchte, dass wir in unserem Verhalten praktische Heiligkeit zeigen, indem wir uns zu Ihm hin absondern. "Seid heilig, denn ich bin heilig", fordert Gott schon in 3.Mose 11,45 und der Apostel Petrus schreibt in seinem 1.Brief: ... wie der, der euch berufen hat, heilig ist, seid auch ihr heilig in allem Wandel! (Kap 1,15)

Deshalb ist unsere Bitte: "Geheiligt werde Dein Name ... Richte beständig meinen Blick auf Dich, der du bist im Himmel, damit ich nicht wider Dich sündige."

Zweite Bitte: "Dein Reich komme"

Ihr Lieben, wir erwarten zunächst nicht Sein Reich, sondern wissen um die herrliche Tatsache der Entrückung, denn ER hat gesagt: "Ich komme wieder und werde euch zu mir nehmen, damit, wo ich bin, auch ihr seiet" (Johannes 14,3). Das ist unsere "glückselige Hoffnung"! "Komm, Herr Jesus!" , rufen der [Heilige] Geist und die Braut (Offenbarung 22,17/20).

Dritte Bitte: "Dein Wille geschehe"

Der Herr Jesus selbst hat in tiefer Not, diese Bitte vor Gott gebracht: "Nicht mein Wille, sondern der deine geschehe!" (Lukas 22,24). Wenn wir unseren Willen dem Willen Gottes unterordnen, ist das immer mit reichem Segen verbunden. Gehorsam ehrt Gott und Gott ehrt den Gehorsam.

Vierte Bitte: "Unser tägliches (oder nötiges) Brot gib uns heute"

Das ist unser Gebet am Morgen. Wir schlagen die Bibel auf, lesen einen Abschnitt und denken darüber nach mit der Frage: Habe ich das? Bin ich das? Tue ich das? ... Und: Was zeigt mir der Heilige Geist von dem Herrn Jesus? Er ist das "Manna", das die Seele nährt.

Fünfte Bitte: "Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir unseren Schuldigern vergeben"

Vielleicht bist Du Dir beim Bibellesen einer Sünde bewusst geworden: Dann bekenne sie Ihm (1.Johannes 1,9). Er ist zum Vergeben immer wieder bereit. Sind wir es auch? Oder tragen wir einem anderen etwas nach? Wenn ja, wird Gott uns auch nicht vergeben (Matthäus 6,15).

Sechste Bitte: "Und führe uns nicht in Versuchung"

Wie leben in einer Zeit voller Versuchungen. Wir können uns  selbst nicht bewahren, aber ER kann es und will es, wenn wir aufrichtig darum bitten: "Bewahre mich, Gott, denn ich suche Zuflucht bei dir!" (Psalm 16,1). Es geht hier also um Bewahrung vor Versuchung, letztlich auch um Bewahrung vor uns selbst, vor unseren Begierden und Leidenschaften.

Jak 1,13-15 Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott ist unangefochten vom Bösen; er selbst versucht aber auch niemand. Sondern ein jeder wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust gereizt und gelockt wird. Darnach, wenn die Lust empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.

G. Lamsa, der Zugang zu alten original Schriften hatte und dessen Muttersprache das "Aramäisch" war, kam, auch in anbetracht von Jak 1,13-15, zu der Überzeugung, dass die "bessere" Übersetzung dieser Stelle lauten sollte: "Und führe uns IN der Versuchung". Ich möchte es jedem selbst überlassen, ob er um Bewahrung vor Versuchung, Führung in der Versuchung, oder um beides Bitten will.

Siebte Bitte: "Errette uns von dem Bösen"

Es umringen uns viele Feinde, Satan legt uns Schlingen, aber Gott ist der Stärkere, Er ist der Sieger und Er kann und will uns erretten von dem Bösen.

Jesus, unser Herr, betet für uns: "Heiliger Vater! Bewahre sie ... vor dem Bösen." (Johannes 17.11/15). Dies ist auch unsere Bitte! Denn hierzu ist auch Christus in diese Welt gekommen:

1Jo 3,8 Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre.

Anmerkung für Römisch Katholische Gläubige: "Heiliger Vater!" bezieht sich auf den Allmächtigen Gott, den Vater im Himmel und nicht wie vielleicht irrtümlicher Weise verstanden werden könnte auf den "Papst", dem dieser Titel in anmaßender Weise zu unrecht beigelegt wurde! Jeder, der das Wort Gottes ernst nimmt sollte auch Matthäus 23,9 beherzigen, da er sich ansonsten klar und absichtlich über eine Anweisung Jesus hinwegsetzt und einen Titel Gottes auf einen Menschen anwendet, der nach den Aussagen der Bibel nicht Vater sondern Bruder ist. (Mt 23,8 ...ihr aber seid alle Brüder!)

Mt 23,9 Nennet auch niemand (auch keinen Papst) auf Erden euren Vater; denn EINER ist euer Vater, der himmlische.

Texte Auszugsweise aus "Dein Brief" Nr. 210 von "Verbreitung der Heiligen Schrift – 35713 Eschenburg"

Gott segne euch,

euer Wolfgang