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Feindesliebe

Ich möchte mit dem Bibeltext beginnen von dem aus wir uns dann das Thema erschließen werden.

Mt 5,44 Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen; ...

Was meint ihr, sind diese Forderungen Jesu umsetzbar? Hat jemand von euch schon eine Situation erlebt wo er einen „Feind” lieben durfte? Ja! Dann hast du hier nun Gelegenheit ein Zeugnis zu geben. Welche Gefühle, welche Gedanken gingen in dir, in dieser Situation vor?

Um sich der Tiefe dieser Aussage einmal klar zu werden was es heißt zu lieben, Liebe zu haben, möchte ich mit euch einmal die Stelle anschauen wo uns Liebe sehr eindringlich beschrieben wird.

1Kor 13,4-7 Die Liebe ist langmütig und gütig, die Liebe beneidet nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf; sie ist nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

Paulus sagt in

1Kor 13,2 Und wenn ich weissagen kann und alle Geheimnisse weiß und alle Erkenntnis habe, und wenn ich allen Glauben besitze, so dass ich Berge versetze, habe aber keine Liebe, so bin ich nichts.

Das heißt das die Liebe das aller wichtigste ist. Jeder Dienst, jede Handlung die ohne Liebe geschieht ist nichts.

Warum fordert Jesus uns auf unsere Feinde zu Lieben? Würde es nicht reichen meine Freunde zu lieben? Die Antwort auf diese Frage finden wir im folgenden Text.

Mt 5,44-48 Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen; auf dass ihr Kinder eures Vaters im Himmel seid. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die Heiden ebenso? Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer himmlischer Vater vollkommen ist!

Lk 6,36 Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.

Weil also Gott selbst so ist, das er seine Feinde liebt, weil er Barmherzig ist, deswegen kann er es auch von uns fordern. Kann dies ein Mensch von sich aus tun? Nein, der natürliche Mensch vermag es nicht zu vollbringen. Für Christen aber gilt was in Mt 5,9 steht:

Mt 5,9 Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen!

Wieso ist es uns die wir Kinder Gottes sind möglich? Gott fordert nichts von uns was uns nicht möglich ist.

Röm 5,5 ...denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den heiligen Geist, welcher uns gegeben worden ist.

Weil wir die Liebe von Gott empfangen haben, als wir den heiligen Geist empfangen haben. Gott selbst ist es der es uns ermöglicht so zu handeln.

Ich möchte hier nun ein paar Stellen anschauen wo wir Praktizierte Feindesliebe in der Bibel finden.

Lk 23,34 Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!...

Jesus betete für die, die ihn ans Kreuz geschlagen haben!

Apg 7,60 Er kniete aber nieder und rief mit lauter Stimme: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht zu! Und nachdem er das gesagt hatte, entschlief er.

Stephanus bittet für die, die ihn steinigen!

Wäre es nicht ein Wesenszug Gottes, wäre auch von uns keiner jemals zum Glauben gekommen. Wir hätten keine Hoffnung, keine Möglichkeit auf Rettung, auf Vergebung. Eine weitverbreitete Meinung die man heute antrifft ist die das wir doch alle Kinder Gottes sind. Aber dies muss von der Bibel her ganz klar verneint werden. Es ist viel mehr so dass alle die nicht die Gnade in Jesus Christus ergriffen haben Feinde Gottes sind.

Feind Gottes wie auch ein jeder von uns es einmal war. Feind, aber dennoch von ihm geliebt. Wir sehen dies ganz deutlich in

Kol 1,21 Und euch, die ihr einst entfremdet und feindlich gesinnt waret in den bösen Werken, hat er aber nun versöhnt in dem Leibe seines Fleisches durch den Tod,..

Auch in Röm 5,10 finden wir die selbe Aussage:

Röm 5,10 Denn, wenn wir, als wir noch Feinde waren, mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes...

ALS WIR NOCH FEINDE WAREN!

Es ist ja nicht so das wir ursprünglich Gott geliebt hätten, oder auch nur lieben hätten können. Es war ein Eingreifen von seiner Seite aus die uns zum Heil wurde.

1Jo 4,9+10 Darin ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden, dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben möchten. Darin besteht die Liebe, nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass Er uns geliebt und seinen Sohn gesandt hat als Sühnopfer für unsre Sünden.

Auch in einer der bekanntesten Bibelstellen überhaupt treffen wir auf dies Aussage, die eigentlich das Kürzeste Evangelium darstellt

Joh 3,16 Denn Gott hat die Welt so geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.

Die Bibel bezeichnet die Liebe als das Band der Vollkommenheit.

Kol 3,14 Über dies alles aber [habet] die Liebe, welche das Band der Vollkommenheit ist. 1Jo 4,7 Geliebte, lasset uns einander lieben! Denn die Liebe ist aus Gott, und wer liebt, der ist aus Gott geboren und kennt Gott.

1Jo 4,16-18  Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat; Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Darin ist die Liebe bei uns vollkommen geworden, dass wir Freimütigkeit haben am Tage des Gerichts, denn gleichwie Er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer.

Wie schnell lassen wir uns immer wieder gefangen nehmen unter Lieblosigkeit. Wenn uns jemand beleidigt hat, übles über uns geredet hat... Geschwister in 1Petr 3,9 sehen wir wie wir uns verhalten sollen.

1Petr 3,9 Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr Segen ererbet.

Es gibt ja immer wieder Menschen die behaupten die Feindesliebe wäre ausschließlich eine Lehre des neue Testaments. Aber das stimmt nicht. Bereits im zweiten Buch Mose haben wir es ganz deutlich mit Feindesliebe zu tun.

2Mo 23,4-5 Wenn du den Ochsen oder Esel deines Feindes antriffst, der sich verlaufen hat, so sollst du ihm denselben wiederbringen. Siehst du den Esel deines Feindes unter seiner Last erliegen, könntest du es unterlassen, ihm zu helfen? Du sollst ihm samt jenem aufhelfen!

Ein bekanntes Sprichwort sagt das Schadenfreude die schönste Freude sei. Wer ist sich dennoch überhaupt bewusst, das Schadenfreude Sünde ist. Hiob hatte dies eindeutig erkannt. So lesen wir in

Hi 31,29 Habe ich mich gefreut über den Sturz meines Feindes und mich ergötzt daran, wenn ihn ein Unglück traf?

Spr 24,17 Freue dich nicht über den Fall deines Feindes, und wenn er strauchelt, so frohlocke nicht!

Röm 12,17 Vergeltet niemandem Böses mit Bösem! Befleißiget euch dessen, was in aller Menschen Augen edel ist!

1Petr 3,8 Endlich aber seid alle gleichgesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, demütig!

Jak 2,8 Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllet nach dem Schriftwort: «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!» so tut ihr wohl;

Diese Liebe zu unserem nächsten, der ja auch einmal unser Feind sein kann, denn mein Nächster ist der Mensch mit dem ich gerade zu tun habe, kann uns auch oft Unannehmlichkeiten einbringen.

Dennoch ist und bleibt es ein gebot Gottes. Aber nicht nur dies:

1Petr 3,14 Aber wenn ihr auch um Gerechtigkeit willen zu leiden habt, seid ihr selig. Ihr Drohen aber fürchtet nicht und erschrecket nicht; sondern heiliget den Herrn Christus in euren Herzen!

1Petr 4,14 Selig seid ihr, wenn ihr um des Namens Christi willen geschmäht werdet! Denn der Geist der Herrlichkeit und Gottes ruht auf euch; bei ihnen ist er verlästert, bei euch aber gepriesen.

Spr 10,12 Hass erregt Hader; aber die Liebe deckt alle Übertretungen zu.

Jak 5,13 Leidet jemand von euch Unrecht, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen!

Mt 5,7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen!

Mt 5,10 Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich!

Mt 5,11 Selig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch allerlei Arges wider euch reden um meinetwillen!

Gott liebt seine Feinde! Auch wir sollen danach handeln! Es ist ein lebendiges Zeugnis für die Liebe Gottes derer wir selbst teilhaftig werden durften. Gott möchte alle Menschen retten, da ist eine klare Aussage in seinem Wort.

Hes 18,23 Oder habe ich etwa Gefallen am Tode des Gottlosen, spricht Gott, der HERR, und nicht vielmehr daran, dass er sich von seinen Wegen bekehre und lebe?

Lieben und vergeben sind untrennbar mit einander verbunden. Wenn ich nicht vergeben kann, kann ich nicht lieben. Am traurigsten ist es wenn sich Christen untereinander nicht vergeben wollen. Ich sage wollen, denn sie könnten wenn sie wollten.

Einander zu vergeben ist doch das wichtigste überhaupt. Bereits im Vater unser lehrt Jesus uns zu beten: Vergib mir meine Schuld, wie auch ich vergebe meinen Schuldigern!

Ja, WIE AUCH ICH vergebe!

Auch an vielen anderen Stellen sehen wir das Gott uns nur dann vergibt wenn auch wir bereit sind den anderen zu vergeben. Ganz deutlich auch im Gleichnis vom Schalksknecht. Wenn schon die Christen nicht bereit sind so zu handeln, was wollen wir dann erst von ungläubigen Menschen erwarten?

Über die Endzeit lesen wir aber bereits das dies kommen wird.

Mt 24,12 Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe in vielen erkalten;

Man rückt immer weiter weg von den Geboten Gottes, von seinen Regeln und wundert sich dann über die Folgen! Wundert sich darüber das die Welt so im argen liegt. Heute sehen wir doch bereits wohin dieser Weg führt und ich denke es ist an der Zeit, das gerade unter den Christen hier die Zeit reif ist auf einander zuzugehen. Wie sollen Menschen etwas von der Liebe Gottes sehen wenn wir sie nicht ausleben und ihnen in dieser Liebe begegnen?

Möge der Herr uns hier zur Buße leiten wo wir unversöhnlich und lieblos gehandelt haben.

Ich möchte nun zum Ende meiner Ausführungen kommen und mit einem Gebet aus der Bibel abschließen.

Eph 3,14-21 Deswegen beuge ich meine Knie vor dem Vater unsres Herrn Jesus Christus, nach welchem jede Vaterschaft im Himmel und auf Erden genannt wird, dass er euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit verleihe, an Kraft zuzunehmen durch seinen Geist am inwendigen Menschen, dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne, damit ihr, in Liebe gewurzelt und gegründet, mit allen Heiligen zu begreifen vermöget, welches die Breite, die Länge, die Höhe und die Tiefe sei, und die Liebe Christi erkennet, die doch alle Erkenntnis übertrifft, auf dass ihr erfüllt werdet bis zur ganzen Fülle Gottes. Dem aber, der weit mehr zu tun vermag, als wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, ihm sei die Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus, auf alle Geschlechter der Ewigkeit der Ewigkeiten! Amen.

In diesem Sinne euch allen eine gesegnete Woche

euer Wolfgang