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Demut, Hochmut und Gehorsam
(überarbeitet am 17.04.2006)

Heute wolle wir uns einmal ein paar Gedanken zu Demut, Hochmut und Gehorsam machen.

Beginnen möchte ich mit folgender Stelle:

Mt 11,28-30 Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken! Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht!

Jesus sagte:

Mt 11,29 lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig...

Wenn Jesus sagt „lernet von mir“ dann sehen wir daran schon, dass Demut durchaus etwas ist, was nicht dem Naturell des Menschen entspricht.

Das Gegenteil von Demut ist Hochmut.

Nun wissen wir ja, dass der natürlich Mensch durch die Sünde von Gott getrennt ist und auch nicht nach Gott fragt sondern eigene Wege geht.

Röm 3,10-11 wie geschrieben steht: «Es ist keiner gerecht, auch nicht einer; es ist keiner verständig, keiner fragt nach Gott...

Dies finden wie auch an anderen Stellen der Bibel bestätigt.

Ps 10,4 Der Gottlose in seinem Hochmut fragt nicht nach Gott; alle seine Pläne sind ohne Gott.

Hochmut und Stolz sind sehr eng miteinander verbunden.

Spr 16,18 Vor dem Zusammenbruch wird man stolz, und Hochmut kommt vor dem Fall.

Beides ist Sünde und der Herr wird es nicht dulden wenn Stolz und Hochmut in unserem Leben sind. Wir haben also zwei Wahlmöglichkeiten, entweder wir lernen von Jesus und werden demütig  bzw. demütigen uns selbst, oder eben die zweite, dass der Herr uns demütigt. 

1Petr 5,5-7 ...Alle aber seid gegeneinander mit Demut fest umhüllt; denn "Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade". So demütiget euch nun unter die mächtige Hand Gottes, auf dass er euch erhöhe zur rechten Zeit, indem ihr alle eure Sorge auf ihn werfet; denn er ist besorgt für euch.

Es ist also unsere Entscheidung, ob wir uns freiwillig demütigen oder ob wir den Herrn zum eingreifen zwingen. Wenn wir nicht bereit sind uns vor Gott zu demütigen hat der Herr seine Mittel und Wege es zu erreichen. Einer der dies auf ganz drastische Weiße erfahren musste war Nebukadnezar, der König von Babylon. Nachdem er von Gott gedemütigt wurde kam er zu folgender Einsicht.

Dan 4,34 Nun lobe und erhebe und verherrliche ich, Nebukadnezar, den König des Himmels; denn all sein Tun ist richtig, und seine Wege sind gerecht; wer aber stolz einhergeht, den kann er demütigen!

Er musste diese Lektion auf dramatische Weiße lernen und er hätte gut daran getan auf die Warnung Daniels zu hören, den diese Demütigung die er erfahren, oder besser gesagt „erleiden“ musste, wurde ihm von Gott bereits vorher als Warnung angekündigt. Das Ziel der Demütigung von Gott ist letztlich immer ihn als das zu erkennen bzw. anzuerkennen wer und was er ist. Wenn wir sagen Gott ist unser Herr oder auch eben Jesus Christus ist unser Herr, dann darf dies nicht nur ein Lippenbekenntnis sein sondern es erfordert auch wirklich die Unterordnung unter seine Herrschaft. Zur Unterordnung unter Gott gehört unweigerlich Gehorsam, denn Ungehorsam heißt sich der Herrschaft Gottes zu widersetzen. Gehorsam ist letztlich das Ziel, das Gott erreichen möchte wenn er jemanden demütigt.

Ps 119,67 Ehe ich gedemütigt ward, irrte ich, nun aber befolge ich dein Wort.

Glaubt ihr, dass diese Demütigung dem Psalmisten Freude bereitet hat?

Ich denke mir während der Demütigung sicherlich nicht! Als aber die Demütigung vorbei war lesen wir, befolgte er Gottes Wort! Diesen Gehorsam, den er vorher eben nicht hatte, erkannte er als einen Segen, als etwas das Gut für ihn ist.

Ps 119,71 Es war gut für mich, dass ich gedemütigt wurde, auf dass ich deine Satzungen lernte.

Nun sind wir zwar im Vergleich zu dem Psalmisten im neuen Bund, stehen also unter der Gnade und nicht unter dem Gesetz, auch waren wir größtenteils niemals Juden sondern sind aus den Heiden berufene Kinder Gottes, dennoch gilt auch heute noch das selbe für uns. Zwar nicht im Sinne des mosaischen Gesetzes, wie es für den Psalmisten galt, dennoch wird auch von uns Gehorsam gefordert. Jemand der die rechte Sicht für Unterordnung und Gehorsam hatte war der Römische Hauptmann der wegen seines Knechtes zu Jesus kam um für ihn zu bitten.

Lk 7,8  Denn auch ich bin ein Mensch, der einem Kommando untersteht, und habe Kriegsknechte unter mir; und sage ich zu diesem: Geh hin! so geht er; und zu einem andern: Komm her! so kommt er; und zu meinem Knecht: Tue das! so tut er's.

Auch wir, obwohl wir Kinder Gottes sind, sollten gehorsam sein wie Knechte unseres Herrn!

Lk 17,10 Also auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprechet: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.

Sollten wir „vorsätzlich“ im Ungehorsam verharren, sollte wir uns nicht erdreisten Jesus unseren Herrn zu nennen.

Lk 6,46 Was heißet ihr mich aber «Herr, Herr» und tut nicht, was ich sage?

An Jesus Christus als seinen HERRN zu glauben heißt sich IHM zu unterwerfen; ihm die Herrschaft in allen Bereichen unseres Lebens zu übergeben! Wenn wir widerspenstig sind und uns gegen seine Herrschaft wehren zwingen wir Gott zum eingreifen; wir zwingen ich uns zu demütigen! Diese oft schmerzhaften Erfahrungen könnten wir uns ersparen, wenn wir nur bereit wären uns selbst vor Gott zu demütigen und bereit wären im Gehorsam ihm gegenüber zu leben.

Von Jesus lesen wir:

Hebr 5,8-9 Und wiewohl er Sohn war, hat er doch an dem, was er litt, den Gehorsam gelernt; und so zur Vollendung gelangt, ist er allen, die ihm gehorchen, der Urheber ewigen Heils geworden

Nun dürfen wir das aber nicht so verstehen, wie es manche tun, dass Jesus „ungehorsam“ war und durch Züchtigung des Vaters erst „Gehorsam“ lernen musste. Von Jesus lesen wir bereits als er Kind war, dass er Joseph und Maria untertan war.

Lk 2,51 Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth, und er war ihnen untertan. Und seine Mutter bewahrte alle diese Worte in ihrem Herzen.

Auch gegenüber seinem Himmlischen Vater lebte Jesus allezeit im Gehorsam.

Joh 6,38 Denn ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.

Phil 2,5-8 Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie Jesus Christus auch war, welcher, da er sich in Gottes Gestalt befand, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern sich selbst entäußerte, die Gestalt eines Knechtes annahm und den Menschen ähnlich wurde, und in seiner äußern Erscheinung wie ein Mensch erfunden, sich selbst erniedrigte und gehorsam wurde bis zum Tod, ja bis zum Kreuzestod.

Jesus war also allezeit Gehorsam,vom Kindesalter an bis zu Tod am Kreuz!

Wie ist es nun zu verstehen, wenn die Bibel sagt, dass Jesus an dem was er litt den Gehorsam lernte?

Jesus war nicht nur vollkommen Gott, sondern auch vollkommen Mensch. Als Mensch wurde auch er, wie wir alle, mit Versuchungen konfrontiert, jedoch ohne Sünde.

Hebr 4,15 Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unsren Schwachheiten, sondern der in allem gleich wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde.

Jesus wusste, dass wenn er im Gehorsam den Plan des Vaters erfüllen würde, unsagbare Leiden auf ihn zukommen würden. Als Mensch trat auch die Versuchung an ihn heran. Aus unserer Sicht wäre es verständlich, wenn er gesagt hätte ich will das nicht, anderer Menschen Schuld auf mich nehmen, mich für diese Geschöpfe verspotten, Anspucken, Geiseln und kreuzigen zu lassen! Aber Jesus hat es auf sich genommen. Es war Gottes Plan, weil Gott die Menschen liebt und Jesus Christus fügte sich demütig unter den Willen seines Vaters und ging im Gehorsam den Weg ans Kreuz! Jesus musste also nicht den Gehorsam lernen in der Hinsicht, dass er ungehorsam gewesen wäre, sondern in der Hinsicht, dass er als Mensch gehorsam sein musste, wogegen er vor seiner Selbsterniedringung als Gott niemanden über sich hatte, dem er gehorsam sein hätte müssen. Die Aussage „an dem was er litt“ bezieht sich also nicht auf Züchtigung für Ungehorsam, denn er war ja gehorsam, sondern zum einen auf unseren Ungehorsam, denn er hatte ja die Strafe dafür zu tragen, aber eben auch auf die Versuchung deren er, wie wir ausgesetzt war. Hierin durfte Jesus erfahren was Gehorsam heißt, welche Folgen es hat wenn man ungehorsam ist und wie groß die Versuchung ist, der wir Menschen ausgesetzt sind.

Dadurch, dass Jesus es selbst durchlebt hat und weiß wie schwer es für uns manchmal ist gehorsam zu sein, ergeben sich für uns drei Vorteile.

Erstens, Jesus trug die Strafe für unseren Ungehorsam!

Daraus ergibt sich, dass unser Ungehorsam niemals mehr Verdammnis für uns zur Folge hat sondern Züchtigung des Vaters, deren Ziel unsere Heiligung ist.

Hebr 12,8-11 Seid ihr aber ohne Züchtigung, derer sie alle teilhaftig geworden sind, so seid ihr ja unecht und keine Söhne! Sodann hatten wir auch unsere leiblichen Väter zu Zuchtmeistern und scheuten sie; sollten wir jetzt nicht vielmehr dem Vater der Geister untertan sein und leben? Denn jene haben uns für wenige Tage gezüchtigt, nach ihrem Gutdünken; er aber zu unsrem Besten, damit wir seiner Heiligkeit teilhaftig werden. Alle Züchtigung aber, wenn sie da ist, dünkt uns nicht zur Freude, sondern zur Traurigkeit zu dienen; hernach aber gibt sie eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübt sind.

Da wir, wie auch alle anderen Menschen eben Ungehorsam waren, in unserem Hochmut nicht nach Gott fragten sondern unsere eigenen Wege gingen usw. gehört diese Erziehung zum Gehorsam beiallen Kindern Gottes dazu. Gott als unser Vater lässt uns hin und wieder eine Zeit lang eigene Wege gehen, aber nicht auf Dauer! Die oftmals schmerzlichen Erfahrungen der eigenen Irrwege sollten uns zu der Erkenntnis führen, dass es für uns besser und weniger schmerzhaft ist gleich im Gehorsam gegenüber Gott zu leben.

Zweitens, Jesus versteht uns und kann mit unserer Schwachheit Mitleid haben, da er wie ein Mensch fühlte!

Hebr 4,15 Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unsren Schwachheiten, sondern der in allem gleich wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde.

Dadurch das Jesus es aus eigener Erfahrung weiß und dadurch mit uns Mitleid haben kann ergibt sich der dritte Vorteil für uns, der allerdings nicht darin besteht, dass er über unseren Ungehorsam hinwegsehen würde, sondern darin das er uns beim erlernen des Gehorsams seine Hilfe anbietet.

Hebr 2,18 denn worin er selbst gelitten hat, als er versucht wurde, kann er denen helfen, die versucht werden.

Hier sind wir also wieder an dem Punkt, dass das Leiden Jesus auch den Kampf gegen Versuchung umschließt.

Möge der Herr uns dabei helfen, immer mehr im Gehorsam gegenüber Gott zu leben, damit uns die sonst notwendigen Züchtigungen erspart bleiben.

Es wäre schön, wenn wir uns über verschieden Erfahrungen mit Hochmut, Stolz, Gehorsam und Demütigungen seitens des Herrn austauschen könnten.

Gott segne euch,

euer Wolfgang